„Rassismus ist im Schulbuch kein Einzelfall. Die Folgen sind fatal – für Betroffene genauso wie für das kollektive Gedächtnis. Die Hashtag-Aktion #RassismusImSchulbuch soll das Problem sichtbar machen“, erklärt Orgun Özcan, Projektleiter bei FAIR International e. V., im Vorfeld der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2023.
Der Rassismus blickt auf eine weitreichende Historie zurück. Bis heute werden rassistische Konstruktionsprozesse aufgegriffen und reproduziert. Hierbei wird der weiße Mensch als Norm aufgewertet und nicht-weiße Menschen als Abweichung zur konstruierten Norm als ‚anders‘ und ‚fremd‘ abgewertet.
„Solche Bilder und Narrative werden sogar in Schulbüchern tradiert. Die daraus resultierenden Folgen sind sowohl für unmittelbar Betroffene als auch für das kollektive Gedächtnis gravierend. Denn Schulbücher unterliegen staatlicher Kontrolle und treten im Duktus eines gesicherten Wissens auf“, erklärt Orgun Özcan.
Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, startet FAIR international e. V. im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 20.03. – 02.04.2023 eine Social-Media-Aktion: Unter dem Hashtag #RassismusImSchulbuch wird dazu aufgerufen, auf Twitter, Instagram oder Facebook, Rassismen in Schulbüchern sichtbar zu machen. Betroffene, Schülerinnen und Schüler, Lehrende, Eltern und alle Interessierten haben die Möglichkeit, Beispiele aus Schulbüchern sowie ihre Erfahrungen zu teilen und diese sichtbar zu machen.
„Die Hashtag-Aktion soll zum einen Verlage dazu anregen, sich mit ihren Publikationen kritisch auseinanderzusetzen. Zum anderen sollen Betroffene angesprochen und empowert werden. Während negative individuelle Erfahrungen sehr belastend wirken, können Betroffene im Kollektiv selbstbewusster mit Problemen umgehen und daraus Kraft schöpfen“, so Orgun Özcan weiter.
Exemplare zum Thema finden Sie hier.
FAIR international – Federation against Injustice and Racism e. V. ist ein Antidiskriminierungsverein, der die Interessen von benachteiligten Personen und Personengruppen vertritt. Der Schwerpunkt des Vereins liegt in der Arbeit gegen Diskriminierung wegen der zugeschriebenen oder tatsächlichen Herkunft und der Religion.