Diskriminierung ist Alltag

Pressemitteilung

Diskriminierung ist Alltag

„Acht Jahre sind seit dem Tod Marwa El-Sherbinis vergangen. Der antimuslimische Rassismus verzeichnet weiterhin einen rapiden Anstieg und bedroht den gesellschaftlichen Frieden“, erklärt Taner Aksoy, Geschäftsführer des Antidiskriminierungsverbandes FAIR international e.V., anlässlich des Tages gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli 2017. Aksoy weiter:

„Die Ermordung Marwas während einer laufenden Gerichtsverhandlung durch einen Rechtsextremisten jährt sich heute zum achten Mal. Im laufenden Jahr sind bereits 30 Moschee-Anschläge registriert worden. Über 200 Übergriffe auf Muslime und über 30 islamfeindlich motivierte Kundgebungen kommen hinzu. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Die verschwindend geringe Aufklärungsquote wirkt zusätzlich alarmierend.

Muslime sind nach wie vor in allen Lebensbereichen Diskriminierungen und Stigmatisierungen ausgesetzt. Davon sind insbesondere Frauen mit Kopftüchern betroffen. Die Ausübung der Religion oder gar der bloß anders empfundene Name einer Person führt oft zur Ausgrenzung im Arbeitsleben, bei der Wohnungssuche oder in der Schule.

Neue Vorstöße sollen kopftuchtragenden Frauen berufliche Perspektiven gänzlich verschließen. So hat Baden-Württemberg ein Gesetz beschlossen, wonach das Tragen des Kopftuchs für Richterinnen verboten sein soll. Ähnlich urteilte auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof. Dass dabei muslimischen Frauen, die ihre Religion offen praktizieren, die Befähigung zum Richteramt abgesprochen und ihre Unparteilichkeit in Zweifel gezogen wird, ist eine Beleidigung der Betroffenen. Dass sich nicht selten die gleichen Akteure in anderem Zusammenhang für Geschlechtergerechtigkeit aussprechen, ist angesichts der gezielten Diskriminierung muslimischer Frauen ein Widerspruch, der seinesgleichen sucht.

Wir hoffen, dass dieser Tag einen Anlass dazu gibt, islamfeindlichen Entwicklungen entschlossener entgegenzutreten und sich mit Diskriminierungserfahrungen von Muslimen sowie ihren Ursachen ernsthaft auseinanderzusetzen.”

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